Krankenversicherung im Alter: Wenn der Beitrag die Rente übersteigt

Krankenversicherung im Alter: Wenn der Beitrag die Rente übersteigt


Es begann häufig mit einem günstigen Beitrag

Viele Selbständige kurz vor oder bereits im Ruhestand haben sich vor vielen Jahren bzw. Jahrzehnten privat krankenversichert. Und sind mit einem günstigen Beitrag eingestiegen. Viele Betroffene berichten, dass sie zu Beginn 150 oder 200 D-Mark im Monat bezahlt haben. Und dass es allmählich immer teuer wurde. Und in den letzten Jahren die Beitragsspirale immer schneller die Kosten nach oben getrieben hat.


Selbständige haben oft eine geringe Rente 

Wer sich früh im Leben – oft in den Zwanzigern oder frühen Dreißigern – selbständig gemacht hat – zum Beispiel nach dem Erhalt des Meisterbriefs einen Handwerksbetrieb gegründet oder übernommen haben oder in einer anderen Branche unternehmerisch gestartet sind – erhält in der Regel eine geringe gesetzliche Altersrente.

Denn in der Regel zahlen Selbständige nicht in die Gesetzliche Rentenkasse ein. Oder nur den Mindestbeitrag, wenn sie bis Ende 1983 bereits 60 Pflichtmonate eingezahlt hatten. Und deshalb geringe Anwartschaften erworben haben. Und somit eine geringe Altersrente – häufig zwischen 600 und 900 Euro – erhalten.


Rente steigt leicht, Beiträge steigen stärker

Wenn der Beitrag für die Krankenversicherung (und hierin inbegriffen inzwischen der Beitrag zur Pflegepflichtversicherung) auf 500 bis 800 Euro geklettert ist, dann ist es eine Frage der Zeit, wann der Beitrag die Rente übersteigt! 

Im Durchschnitt steigt der Beitrag in der Privaten Krankenversicherung (PKV) um gut vier Prozent. Die Rente steigt dagegen nur leicht an – im Mittel zwischen ein und zwei Prozent. 

Von der geringen Rente kann man nicht wirklich leben. Die meisten haben natürlich noch Barvermögen angespart – etwa über ausgezahlte Lebensversicherungen oder Sparkonten. Manche erhalten Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Nicht wenige sind auch noch neben dem Erhalt ihrer Rente beruflich tätig oder mit einem Nebengewerbe – einzelne sogar mit einem Minijob.

Und viele wünschen sich, der Beitragsspirale der PKV zu entkommen. Viele bereuen, dass sie sich seinerzeit privat versichert haben. Und wünschen sich eine Rückkehr in das gesetzliche System.


Wenn die Mittel nicht mehr ausreichen...

Wenn die Rente nicht reicht – und das tut sie in vielen Fällen nicht – werden die Ersparnisse Monat für Monat weiter aufgezehrt.

Wenn das nicht mehr ausreicht? Dann bleibt in der Regel nur der Gang zum "Sozialamt", Antrag auf Grundsicherung. Dann wird der Beitrag zur Privaten Krankenversicherung hälftig übernommen. Nachdem der Vertrag auf den Basistarif (BTN) umgestellt wurde. Der Beitrag für den Basistarif orientiert sich am Höchstbeitrag zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), der Beitrag für die Bezieher der Grundsicherung dann den hälftigen Beitrag.

Und die Leistungen im Basistarif orientierten sich am Leistungsumfang der Gesetzlichen Krankenversicherung. So wird es stets behauptet. Beim Abrechnungsprozedere haben es Kassenpatienten jedoch wesentlich leichter als Privatversicherte im Basistarif.


Was kannst Du tun, bevor die Mittel nicht mehr ausreichen...

Umstellung in einen günstigeren Tarif innerhalb desselben Anbieters

Für langjährige PKV-Kunden besteht häufig die Möglichkeit, vergleichbare Leistungen zu einem besseren Preis-/Leistungsverhältnis zu erhalten. Das bedarf jedoch einer unabhängigen Prüfung und Beratung. Bei geringen Alterseinkünften kann dies zu einer Erleichterung führen und dennoch bleibt es womöglich eine Herausforderung, den dann reduzierten PKV-Beitrag aus den vorhandenen Alterseinkünften zu bezahlen.


Umstellung in den Standardtarif

Unter bestimmten Umständen ist der Wechsel in Standardtarif (STN) möglich. Der Standardtarif ist ähnlich dem Basistarif – in einzelnen Bereichen bietet er weniger Leistung. Dafür ist er günstiger. Wobei auch hier 300 bis 600 Euro inkl. Pflegepflichtversicherung zu Buche schlagen können. Auch hier gibt es häufig Herausforderungen bei der Abrechnung mit den Ärzten. Der Beitrag zum Basistarif wird regelmäßig überprüft und angepasst, das erfolgt immer mitten im Jahr zu einem Stichtag.


Was außerdem möglich ist: Wechsel in die Gesetzliche Krankenkasse

Familienversicherung

Wenn die eigenen Einkünfte unter 470 Euro monatlich liegen und Du verheiratet bist und Dein Ehepartner gesetzlich krankenversichert ist: Dann ist ein Wechsel in die GKV altersunabhängig möglich. In der Krankenkasse des Ehepartners. Auf entsprechenden Antrag. Hier besteht sogar ein Sonderkündigungsrecht für die bestehende PKV.


Nutzung von EU-Recht

Mit einer Begleitung durch Experten gelingt ebenfalls altersunabhängig der Wechsel in die Gesetzliche Krankenkasse. Sofern keine Leistungen aus Grundsicherung bezogen werden und keine Pflegebedürftigkeit besteht. Ob der Wechsel wirtschaftlich sinnvoll ist, sollte sorgfältig geprüft werden. In vielen Fällen zahlen Betroffene lediglich den Mindestbeitrag zur Gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Dadurch lässt sich der Beitrag zur Krankenversicherung dauerhaft deutlich reduzieren. 


Was für Selbständige und Ruheständler nicht funktioniert...

Wechsel in die Gesetzliche Krankenkasse im Wege einer Pflichtversicherung – etwa durch Annahme einer nichtselbständigen Tätigkeit. Jedenfalls nicht für Privatversicherte, die älter sind als 55 Jahre.


Handeln, bevor es zu spät ist!

Wer befürchtet, dass der immer weiter steigende Krankenversicherungsbeitrag die eigene Rente übersteigen könnte, sollte aktiv werden: Durch eine unabhängige Prüfung des PKV-Vertrags. Oder den altersunabhängigen Wechsel in die Gesetzliche Krankenkasse.

 

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