Selbstbeteiligung in der PKV

Selbstbeteiligung in der PKV

Schreckgespenst oder kluge Möglichkeit zur Kostenreduzierung?

Viele Privatversicherte haben Vorbehalte oder gar Ängste gegenüber einer höheren Selbstbeteiligung.

Für Selbständige, Unternehmer und Ruheständler – also diejenigen, die sowohl Beitrag als auch Selbstbeteiligung aus eigener Tasche zahlen, kann eine Änderung der Selbstbeteiligung zu nachhaltigen und deutlichen Beitragsvorteilen führen.

Denn häufig reduziert sich der Beitrag überproportional zu der Erhöhung der Selbstbeteiligung. Dadurch reduziert sich der Effektivbeitrag – auch dann, wenn eine höhere Selbstbeteiligung dauerhaft vollständig ausgeschöpft werden sollte – etwa aufgrund chronischer Erkrankungen, regelmäßiger Medikation oder Behandlungen.



Ob eine höhere Selbstbeteiligung also wirtschaftlich vorteilhaft ist, ergibt sich aus der Betrachtung der möglichen Effektivkosten. Effektivkosten sind die Summe der zu zahlenden Beiträge und der anfallenden Selbstbeteiligung innerhalb desselben Zeitraums.


Beispiel

Tarif mit SB-Variante 1

500 Euro Beitrag monatlich und 500 Euro Selbstbeteiligung p. a.

Ergibt mögliche Effektivkosten von 6.500 Euro p. a. (12 x 500 Euro Beitrag + 500 Euro SB)


Tarif mit SB-Variante 2

350 Euro Beitrag monatlich und 1.000 Euro Selbstbeteiling p. a.

Ergibt mögliche Effektivkosten von 5.200 Euro p. a. (12 x 350 Euro Beitrag + 1.000 Euro SB)


Vorteil für höhere SB-Variante

Der wirtschaftliche Vorteil in der höheren SB-Variante (Variante 2 gegenüber Variante 1) beträgt also mindestens 1.300 Euro (bis zu 1.800 Euro, falls die höhere Selbstbeteiligung nicht ausgeschöpft wird).

Bei einem Tarif mit unterschiedlichen Selbstbeteiligungsstufen kann so eine Beitragsoptimierung vorgenommen werden, bei unveränderten Tarifleistungen.



Sorgfältige Prüfung vor Änderung der Selbstbeteiligung

Die Änderung der Selbstbeteiligung kann in vielen Fällen wirtschaftlich vorteilhaft sein und teils hohe und nachhaltige Einsparungen bringen.

Dennoch sollte eine konkrete Änderung der Selbstbeteiligung sorgfältig und mit Blick auf die konkrete Ausgangssituation geprüft werden.

Neben der reinen Erhöhung der Selbstbeteiligung durch Auswahl einer weiteren SB-Stufe innerhalb des Tarifs sollten auch Alternativtarife desselben Versicherers betrachtet werden, um das beste verfügbare Preis-/ Leistungsverhältnis auf der Grundlage des bestehenden Leistungsniveaus zu erhalten.

Daher sollte hier unbedingt ein unabhängiger und spezialisierter Experte konsultiert werden. Eine solche Expertin bzw. Experte kann neutral und aus Kundensicht beraten und zu einer nachhaltigen Lösung beitragen.



Selbstbeteiligung legt Versicherer fest

Die Höhe der Selbstbeteiligung kann nicht frei vereinbart werden. Vielmehr ist aus den festgelegten Selbstbeteiligungsstufen des Versicherers und des jeweiligen Tarifs auszuwählen. 

Der Versicherer kann übrigens grundsätzlich die Höhe der Selbstbeteiligung verändern. So kann ebenso wie eine Anpassung der Beitragshöhe eine Anpassung der Selbstbeteiligung vom Versicherer vorgenommen werden. Einzelne Versicherer machen davon in bestimmten Tarifen Gebrauch.


Podcast zu diesem Thema

KLARTEXT VERSICHERUNGEN Podcast Episode 30
Schreckgespenst Selbstbeteiligung in der Privaten Krankenversicherung

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