Was sind Alterungsrückstellungen?

Die über die letzten Jahre angesparten Alterungsrückstellungen dienen dazu, einen möglichst gleichbleibenden Kostenverlauf Ihrer Privaten Krankenversicherung sicherzustellen. Durch ständige Veränderungen, z. B. Kostensteigerungen im Gesundheitssystem, Änderungen der Verzinsung, Änderung der durchschnittlichen Lebenserwartungen, kommt es dazu, dass diese Kalkulation durch Beitragsanpassungen korrigiert werden muss. 

Der monatliche PKV-Beitrag enthält auch einen Sparanteil für die Alterungsrückstellungen.

Ein Teil der Beiträge in der Privaten Krankenversicherung  dient dazu, Rückstellungen fürs Alter zu bilden.

Die Versicherungsunternehmen kalkulieren den Monatsbeitrag zur privaten Krankenversicherung so, dass er theoretisch über die gesamte Vertragslaufzeit konstant bleiben kann. Allerdings beanspruchen die Versicherten mit zunehmendem Alter mehr Leistungen: Arztbesuche und Klinikaufenthalte nehmen zu. Damit die Krankenversicherer dann nicht die Beiträge erhöhen oder die Leistungen kürzen müssen, legen sie einen Teil der monatlichen Prämie an.

Die gesparten Beitragsteile aller Versicherten eines Anbieters bilden die Alterungsrückstellungen – so der Fachbegriff. Der Einfachheit halber wird oft auch der kürzere Begriff Altersrückstellungen verwendet. Sie helfen, die Versicherungsleistungen auch im Alter zu finanzieren – möglichst ohne steigende Beiträge.

Bei Kinder- und Jugendtarifen sowie bei einer kleinen Anwartschaftsversicherung bilden die Versicherer keine Altersrückstellungen.

Beim Tarifwechsel bleiben Alterungsrückstellungen erhalten.

In voller Höhe bleiben die Altersrückstellungen nur bei einem PKV-Tarifwechsel innerhalb der Versicherungsgesellschaft erhalten (§ 204 VVG Versicherungsvertragsgesetz; § 13 KalV Kalkulationsverordnung)

Mitnahme der Alterungsrückstellungen beim Anbieterwechsel stark begrenzt.

Wechseln Privatversicherte dagegen den Anbieter, geht ein Teil der Rücklagen verloren. Seit dem 1. Januar 2009 können Versicherte ihre Rückstellungen nur in der Höhe der Leistungen aus dem Basistarif zum neuen Anbieter mitnehmen. Dies gilt unabhängig davon, ob sie beim neuen Versicherer einen Volltarif oder den Basistarif wählen. Auch der bisherige Tarif spielt dabei keine Rolle.

Unterschiede bestehen außerdem zwischen Bestandskunden und neuen Kunden: Wer bereits vor dem 1. Januar 2009 privat krankenversichert war, konnte im ersten Halbjahr 2009 bei einem Wechsel zu einer anderen Krankenversicherung einen wesentlichen Teil seiner Altersrückstellungen mitnehmen. Wer davon keinen Gebrauch gemacht hat, ist nun an sein Versicherungsunternehmen gebunden. Denn Altersrückstellungen, die vor 2009 gebildet wurden, sind von der Mitnahme-Regelung ausdrücklich ausgeschlossen. Neue Kunden können dagegen bei einem Wechsel grundsätzlich ihre Rücklagen in der Höhe des Basistarifs mitnehmen.

So oder so: Ein Teil der Altersrückstellungen geht also in jedem Fall verloren. Der Anbieterwechsel wird dadurch grundsätzlich weniger attraktiv.

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